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WAFER · Folge 9 · 1. Juli 2026 · 41 Min

Stirbt die Website? Bald entscheidet die KI, wen dein Kunde anruft

Warum die digitale Visitenkarte gerade einen ganz neuen Job bekommt und wie sie zur Datenquelle für KI-Agenten wird.

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In dieser Folge

Wenn bald nicht mehr Menschen, sondern KI-Agenten entscheiden, welche Firma sie ihrem Chef vorschlagen — wie kommst du da überhaupt noch rein? Aufgenommen diesmal aus den Dolomiten, aber alles andere als Urlaubsstimmung: Tobias nimmt die wichtigste Frage für jeden Unternehmer auseinander. Braucht es die Website als digitale Visitenkarte im KI-Zeitalter noch — und wenn ja, wie kommst du damit überhaupt noch an Vertrauen und neue Kunden?

Hot News der Woche

  1. Die Großmächte zurren den KI-Zugang zu — der US-Exportbann für Anthropic wird nur teilweise gelockert: Mythos 5 ist wieder frei, aber nur für rund 100 geprüfte US-Organisationen, das stärkere Fable 5 bleibt gesperrt, außerhalb der USA kommt man an keines von beiden ran. Google deckelt zugleich Metas Gemini-Zugang, Anthropic wirft Alibaba illegales „Absaugen” von Claude vor — und Österreich schlägt vor, Anthropic kurzerhand in die EU zu holen. Modell-Abhängigkeit ist ein Lieferketten-Risiko geworden.
  2. OpenAI macht sich unabhängig — und bekommt Gegenwind — eigener Chip Jalapeño (mit Broadcom, spezialisiert auf Inferenz), Börsengang womöglich auf 2027 verschoben, und rund 400 US-Zeitungen klagen wegen Urheberrecht: Ihre Artikel seien ohne Zustimmung und Vergütung fürs KI-Training ausgelesen worden.
  3. Tech-Quickfire — Claude zieht als Teammitglied in Slack ein (Claude Tag): einfach @Claude taggen und Aufgaben delegieren. Und Peter Steinberger (OpenClaw, jetzt bei OpenAI) predigt „Hör auf zu prompten — bau Loops”: Schleifen, die den Agenten selbst antreiben, statt Befehl für Befehl zu tippen.

Deep Dive — Stirbt die Website?

Lohnt es sich heute überhaupt noch, Geld in eine Website zu stecken, die in ein, zwei Jahren tot sein könnte? Tobias’ Antwort: Ja — aber die Seite muss einen neuen Job lernen. Vom Schaufenster für Menschen zur Datenquelle für Maschinen.

Der Ausgangspunkt aus der eigenen Historie: In seinem ersten Unternehmen (Klanglichter) war die Website über SEO ein brutaler Kundenmotor — beim Verkauf 2024 rund 80 % sichtbarer als der Wettbewerb. Genau deshalb die Frage: Zählt diese digitale Visitenkarte noch, wenn Einkäufer nicht mehr googeln, sondern ChatGPT, Claude, Gemini oder den Google-KI-Modus fragen? Der Reflex bleibt — vor einem Call kurz Website und LinkedIn checken —, aber die Entdeckung verschiebt sich zur KI. Und wer zwar gut, aber nicht sichtbar ist, fällt hinten runter.

Zwei Hebel verändern das Spiel: Erstens ist das Bauen fast gratis geworden — Lovable, Base44, Bolt für Funnels, Claude Code mit Astro für die eigene Seite. Zweitens verschiebt sich die Auffindbarkeit von klassischem SEO zu GEO: Die Seite muss für KI-Modelle zitierfähig sein, nicht nur für Menschen hübsch.

Dazu die ehrliche Praxis — inklusive Fehler:

  • Der Plugin-Friedhof. Früher: WordPress plus Theme (Divi, Thrive, Elementor) plus rund 20 zugekaufte Plugins. Teuer, wartungsintensiv. Heute macht ein Tool, wofür es früher 20 Plugins brauchte.
  • Der Wendepunkt. Beim Launch des Backoffice-Agenten „Sphere” im Dezember 2025 stand die komplette Salespage samt Funnel mit Lovable in vier Stunden — und hat verkauft. KI-gebaut ist kein Spielzeug.
  • Der Fuckup. Ein Lead-Magnet-Funnel lief über Meta, doch in der Instant Experience blockierte ein Skript das Formular — Leute konnten Daten eingeben, aber nicht abschicken. Aufgefallen ist es nur, weil ein Kontakt es meldete. Die Lehre (von einem alten Mentor aus der Eventtechnik): Geh immer mit den Augen des Kunden durch und teste selbst.
  • Der heutige Weg. Diese Website (tobias-schnitzler.com) ist komplett mit Claude Code + Astro gebaut. Über einen SEO/GEO-Skill von skills.sh — samt Google AI Optimization Guide — wird jede neue Seite automatisch zitierfähig gemacht: Überschriften, Meta-Descriptions, Struktur und Inhalt.

Die Mitnahme: Die Website stirbt nicht, ihr Job dreht sich. Erst zitierfähig für die Maschine, dann vertrauenswürdig für den Menschen. Agenturen behalten ihre Berechtigung für High-End — aber für schnelle, schlanke, aktuelle Seiten ist KI der Weg. Frag nicht, ob du noch eine Website brauchst — frag, ob die KI sie findet.

Zum Selbermachen

So machst du deine Website fit für die KI-Suche

Das Praktische aus dem Deep Dive: Bauen ist billig geworden, gefunden werden ist der neue Kampf. So gehst du es an — auch ohne Web-Agentur.

  1. 1

    Klär zuerst: Wirst du überhaupt gefunden?

    Geh in ChatGPT, Perplexity oder den Google-KI-Modus und frag nach deinem Thema. Taucht deine Firma in der Antwort auf? Wenn nein, liegt genau da deine Arbeit — nicht im nächsten Website-Redesign.

  2. 2

    Bau (oder überarbeite) die Seite mit KI

    Für Funnels und Landingpages: Lovable, Base44 oder Bolt. Für die eigene Seite: Claude Code mit Astro. Was früher fünfstellig war und Monate dauerte, steht heute in Tagen — du gibst dein Business-Modell rein, die KI baut.

  3. 3

    Mach sie zitierfähig — SEO wird GEO

    Nicht nur hübsch für Menschen, sondern lesbar für KI-Modelle: saubere H1/H2, Meta-Descriptions, klare Substanz. Ein SEO/GEO-Skill (z.B. von skills.sh, mit dem Google AI Optimization Guide) übernimmt das automatisch bei jeder neuen Seite.

  4. 4

    Geh mit den Augen des Kunden durch

    Teste jeden Funnel selbst von vorn bis hinten — besonders in Metas Instant Experience (dort haben schon Formulare stumm blockiert). KI baut blitzschnell, aber Plattform-Tücken bleiben. Testen, bevor Budget draufläuft.

  5. Halte sie aktuell und menschlich vertrauenswürdig

    Der finale Vertrauens-Check bleibt beim Menschen — und beim Agenten. Aktualität und Substanz schlagen Hochglanz. Eine gepflegte, klare Seite gewinnt gegen das teure Design, das seit zwei Jahren stillsteht.

⚠️

Die Falle: Wer nur hübsch baut, aber für KI unsichtbar bleibt, existiert im Erstkontakt nicht mehr. Frag nicht, ob du eine Website brauchst — frag, ob die KI sie findet.

Erwähnt in dieser Folge

  • Anthropic, Mythos 5 & Fable 5 – die Modelle im Zentrum des US-Exportbanns
  • OpenAI & Broadcom – Chip „Jalapeño” – OpenAIs erster eigener Inferenz-Chip
  • Alexander Pröll – österreichischer Digitalisierungsstaatssekretär, will Anthropic in die EU holen
  • Claude Tag – Anthropics neue Slack-Integration (Beta, Enterprise/Team)
  • Peter Steinberger – OpenClaw-Erfinder, jetzt bei OpenAI; „Loops statt Prompts”
  • Lovable, Base44, Bolt – KI-Website- und Funnel-Builder
  • Claude Code & Astro – womit diese Website gebaut ist
  • skills.sh & Google AI Optimization Guide – Quelle des SEO/GEO-Skills
  • OnePage (Marcel Knopf) – Funnel-Tool mit Claude-MCP-Anbindung

Kapitelmarken

  • 00:00:00 Wenn KI entscheidet — wie kommst du noch rein?
  • 00:02:06 News 1: Großmächte zurren die Schotten zu
  • 00:07:30 News 2: OpenAIs eigener Chip & 400 Klagen
  • 00:10:45 News 3: Claude in Slack & Steinbergers Loops
  • 00:16:09 Stirbt die digitale Visitenkarte?
  • 00:20:56 Was Einkäufer heute wirklich tun
  • 00:23:22 WordPress-Friedhof zu Lovable in 4 Stunden
  • 00:28:03 Technik-Tiefe: Validierung & Analytics
  • 00:30:25 Mein Fuckup: Meta blockt die Formulare
  • 00:35:09 Claude Code, Astro & die eigene Seite
  • 00:37:27 SEO + GEO: mit skills.sh zitierfähig werden
  • 00:40:45 Outro: Frag, ob die KI dich findet

Willst du das nicht allein angehen?

Ich zeige dir und deinem Team, wie ihr eure Website und Funnels mit KI schnell baut und für die KI-Suche zitierfähig macht — ohne Hype, aus der Praxis. Schreib mir, wo du gerade stehst.

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